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Altbischof Manfred Müller feierte 85. Geburtstag

Fast zwanzig Jahre lang lagen die Geschicke des Bistums Regensburg in den zuverlässigen guten Händen von Bischof em. Manfred Müller. Zur Würdigung seiner Verdienste, seiner Menschenfreundlichkeit und Nächstenliebe fanden sich zu seinem Geburtstag am Dienstag Nachmittag viele Gratulanten ein. Als erste gratulierten jedoch die Schwestern des Klosters, der Altbischof freute sich bereits am Morgen über deren herzlichen Wünsche.
Etwas ganz Besonderes erlebten die Geburtstagsgäste, die Klosterschwestern und die vielen Kirchenbesucher mit der Pontifikal Vesper mit Bischof Gerhard Ludwig in der Mallersdorfer Pfarrkirche St. Johannes. domspatzen 85.GeburtstagDie Regensburger Domspatzen unter Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner machten dem Jubilar ein großartiges Geburtstagsgeschenk mit ihren gesanglichen Darbietungen, Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber erfüllte dazu das Gotteshaus mit wundervollen Orgelklängen. „O Gott, komm mir zu Hilfe“ war der Gesang zur Eröffnung, es folgten Hymnus und erster Psalm „Richte mich, Gott“, 8-stimmig von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Gemeinde war mit eingebunden in Psalm 111 und ebenso beim Canticum „Meine Schafe hören meine Stimme. Dann wird nur eine Herde sein und ein Hirt“. Die Lesung aus dem Petrusbrief forderte, als Hirten für die anvertraute Herde Gottes zu sorgen und nicht Beherrscher sondern Vorbilder dafür zu sein. Eindrucksvoll war das „Magnificat“ und nach Aussetzung und dem lateinischen „Vater unser“ die gemeinsame Marianische Antiphon.

In seiner Festpredigt sagte Bischof Gerhard Ludwig, die Kirche weise den Weg durch viel Trübsal und Dunkelheit in das ewige Leben hinein. Im Hinblick auf das Bischofsamt betrachtete er es als Ziel, zu leiten, zu lehren und zu heiligen. Gott habe den Menschen schon vor der Geburt berufen, in Jesus Christus in Liebe am Leben des dreifaltigen Gottes teilzunehmen. Der Jubilar trage das Bild seiner Eltern im Herzen, die als Stellvertreter Gottes das in Gott wurzelnde Urvertrauen im Herzen wachgerufen hätten, sagte der Prediger. Als Botschaft der Kirche bezeichnete er die Ehe und Familie, die als Keimzelle für gute Entwicklung der Persönlichkeit und des Grundvertrauens gelte, das jeder Mensch in sich trage. Der Jubilar habe den Ruf gehört zum Priesterdienst, mit dem man aus Liebe für die Menschen sein Leben einsetze. Das Leben des Jubilars sei geprägt worden durch die Ereignisse der Welt- und Kirchengeschichte, am eigenen Leib habe er Unheil und Unglück erlebt, berichtete Bischof Gerhard Ludwig. Er hob die Verdienste hervor, die sich sein Vorgänger im Bischofsamt erworben habe durch die Partnerschaft mit dem Nachbarbistum Pilsen, er habe eine Verbindung mit aufgebaut, die bis zu heutigen Tage währe. Gerade nach dem Krieg sei dies ein wichtiger Schritt gewesen, einer von vielen, den die Kirche durch Wiederaufbau in verschiedenen Bereichen geleistet habe. Erfahrungen heute seien geprägt vom Säkularisierungsdruck, der Mensch wolle ohne Gott leben. Davon dürfe man sich als Priester und Bischof nicht beeindrucken lassen, unverdrossen und frohen Herzens verrichte man sei-nen Dienst, denn was wäre der Mensch ohne die Liebe Gottes, so die Frage des Bischofs. „Ein herzliches Vergelt’s Gott für alles, was du für die Kirche Gottes und für uns getan hast“ so richtete Bischof Gernhard Ludwig an den Jubilar den Dank im Namen aller, die die Kirche von Regensburg repräsentierten, zustimmender Applaus von allen Anwesenden folgte diesen Worten. Der Altbischof brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass er statt im Regensburger Dom, wohin ihm die Reise zu beschwerlich gewesen sein, hier in Mallersdorf eine so schöne Feier erleben dürfe. Die Domspatzen hätten ihm mit ihren kostbaren Stimmen ein ganz besonderes Geschenk gemacht, freute sich der Jubilar.

gratulation altbischofNach der Vesper wurde in angenehmer familiärer Atmosphäre im Franziskussaal eingeladen zur Feier. Bischof Gerhard Ludwig begrüßte hier die vielen Gratulanten, unter ihnen die Priester, kirchlichen Würdenträger, Ordensleute, Schwestern, Landrat Alfred Reisinger mit seinen Stellvertretern Josef Laumer und Christa Heisinger und Bürgermeister Karl Wellenhofer. Das Gemeindeoberhaupt von Mallersdorf-Pfaffenberg gratulierte Bischof em. Manfred Müller im Namen der Marktgemeinde und bestätigte, man sei stolz darauf, seit zehn Jahren einen so beliebten Mitbürger in der Mitte zu haben. Die Bevölkerung freue sich über die Kontakte des Altbischofs durch Gottesdienste oder sonstige Begegnungen, seine Herzlichkeit und freundliche Art werde hoch geschätzt. Landrat Alfred Reisinger übermittelte die Glückwünsche des Landreises Straubing-Bogen. Er bedankte sich für das Hinausgehen des Jubilars zu den Menschen, man kenne und achte ihn als den „Landkreis-Bischof“.

Der Landrat wünschte ihm viel Zeit für die Seele und weitere schöne Begegnungen. Viele Gäste wollten nun dem Jubilar gratulieren und stellten sich in die lange Reihe. Der Geehrte freute sich über jeden Glückwunsch und richtete sich an die Festgesellschaft. Wenn er auch nicht mehr gut auf den Beinen sei, wolle er doch stehend allen danken. Er habe ja den Hirtenstab nun mit einem stützenden Stab vertauscht, meint er schmunzelnd und bestätigte, er sei nicht krank, nur halt etwas gebrechlich. Sein Humor hat jedenfalls nicht nachgelassen, das konnte die ganze Geburtstagsgesellschaft bei seinen launigen Bemerkungen feststellen. Der Jubilar bestätigte die liebevolle Aufnahme im Kloster und die Unterstützung der Schwestern auch im Gebet. Er lud ein zum Kuchenbüffett, das die Schwestern so reichhaltig ausgestattet hätten, dass bestimmt keine Wünsche offen blieben.